Über die Kunst Menschen zu fotografieren

Ich hätte nie gedacht, dass ich bei der Menschenfotografie landen würde.

Noch mehr überrascht es mich, dass sie mich so erfüllt.




"Das Wesen des Menschen bei der Aufnahme sichtbar zu machen, ist die höchste Kunst der Fotografie."


Diesem Zitat von Friedrich Dürrenmatt kann ich nur zustimmen, doch wie gelangt man dorthin?


Zuerst ist es wichtig am Set eine entspannte Atmosphäre zu schaffen.


Ein wahres Porträt entsteht nicht zwischen Tür und Angel.

Es dauert so lange wie es dauert. Nimm dir Zeit und Ruhe um auf dein Model einzugehen und du wirst spüren, wie du fotografisch agieren kannst. Es gibt Models da ist das Bild sofort im Kasten, aber ich habe auch schon erlebt das es Stunden braucht.


Bereite dich auf die Person, die du fotografieren wirst vor.


Erfahre im Vorfeld wofür die Fotos gebraucht werden.

Versuche Stress vor einem Shooting zu vermeiden, damit du entspannt bist.

Bereite dein Equipment vor.

Überlege dir welches Objektiv und welche Blende du nutzen wirst.

Mache dir Gedanken, welches Licht du einsetzen möchtest und wie genau.


Visualisiere Bildideen. Mache dir einen Skript oder eine Zeichnung.

Vertraue deiner Intuition und halte nicht an deiner Planung fest, wenn sich neue Ideen entwickeln.


Achte beim Fotografieren auf das Gesamtbild.

Achte auch auf jede Kleinigkeit.

Achte auf Gesten und nutze sie.

Stelle alle Sinne auf EMPFANG!


Vergiss nie, dass Fotografie immer ein Dialog ist.


Höre mit den Augen.

Kommuniziere auf allen Ebenen.

Sei emphatisch.

Sei ehrlich.

Schenke Vertrauen.

Schenke Respekt.

Schätze den Moment.



Sei dir deiner Verantwortung bewusst!

Als Fotograf bist du es, der den Auslöser betätigt.

Du bist es in den meisten Fällen auch, der die Fotos bearbeitet.

Allein diese zwei Faktoren befähigen Fotografen dazu, die Wahrheit in den Bildern zu finden oder sie zu verleugnen.


Fotografie ist ein Prozess.

Die Themen der Zeit, die Fotografie und auch deine Persönlichkeit verändern sich.

Du wirst nicht an den Punkt kommen, an dem du sagst ich bin am Ziel.


Bilde dich fort.

Arbeite an deinem Handwerk, deiner Technik und deiner Persönlichkeitsentwicklung.


Fotografie ist auch Psychologie.

Wenn man mit Menschen arbeitet ist es nicht verkehrt sich mit Psychologie zu beschäftigen oder ein Bewusstsein dafür zu entwickeln.

wenn du dich dafür interessierst empfehle ich dir folgendes Buch:



Sven Barnow, Psychologie der Fotografie: Kopf oder Bauch?

Erschienen im dpunkt.verlag



Für mich ist das Schönste an der Porträtfotografie dieser Moment, wenn im Shooting das erste Foto voller Offenheit entsteht. Der Augenblick, an dem es ein bedingungsloses Vertrauen vor und hinter der Kamera gibt.


Ich wünsche dir einen schönen dritten Advent.


Jacqueline




Anmerkung: Bei der Verwendung des Wortes “Fotograf“ meine ich alle Fotografinnen und Fotografen (w/m/d) dieser Welt.







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© 2020 Jacqueline Illemann

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